Eine Impulstherme ist eine elektrische Heizzentrale für Heizung und Warmwasser. Sie wandelt Strom über Heizstäbe in Wärme um, speichert diese in einem Thermofluid zwischen und gibt sie über einen Wärmetauscher an die vorhandenen Heizkreise ab. Sie hängt kompakt an der Wand und braucht kein Außengerät.
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Definition
DefinitionEine Impulstherme ist eine elektrische Heizzentrale für Heizung und Warmwasser, die Strom über Heizstäbe in Wärme umwandelt, diese in einem Thermofluid zwischenspeichert und über einen Wärmetauscher an die vorhandenen, wassergeführten Heizkreise abgibt – kompakt an der Wand und ohne Außengerät.
Der Begriff lehnt sich an die Gastherme an, die viele aus Wohnungen und Einfamilienhäusern kennen: ein kompaktes Wandgerät, das Heizkörper und Warmwasser versorgt. Die Impulstherme übernimmt dieselbe Rolle – nur arbeitet sie mit Strom statt mit Gas. Es gibt keine Flamme, keine Abgase und keinen Schornstein, der dafür gebraucht würde.
Wichtig für die Einordnung: Die Impulstherme ist weder eine Wärmepumpe noch eine klassische Elektroheizung, wie man sie von Heizlüftern oder Nachtspeicheröfen kennt. Sie ist eine zentrale Heizung, die an das wassergeführte Heizsystem eines Hauses angeschlossen wird – also an Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung.
Aufbau
Von außen ist die Impulstherme ein schlichtes Gehäuse an der Wand des Technikraums. Innen arbeiten laut Hersteller vier Baugruppen zusammen:
- Vier Heizstäbe wandeln elektrischen Strom in Wärme um.
- Rund 16 Liter Thermofluid nehmen diese Wärme auf und halten sie im Gerät vor.
- Ein integrierter Wärmetauscher überträgt die Wärme vom Thermofluid auf das Heizungswasser. Die beiden Flüssigkeiten vermischen sich dabei nicht.
- Die Steuerung mit Touchdisplay entscheidet, wann das Gerät Strom aufnimmt. Sie lässt sich per App bedienen und ist für die Fernwartung vorbereitet.
Angeschlossen wird das Gerät an zwei Stellen: elektrisch an einen 400-Volt-Drehstromanschluss und hydraulisch über Vor- und Rücklauf an die Heizkreise des Hauses – laut Hersteller jeweils mit 1 Zoll Anschlussweite.

Funktionsprinzip
Das Prinzip lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Strom wird zu Wärme, die Wärme wird zwischengespeichert und dann an das Heizungswasser weitergegeben. Im Einzelnen:
- Stromfließt über den Drehstromanschluss zu den Heizstäben.
- Heizstäbeerwärmen das Thermofluid im Inneren des Geräts.
- Thermofluidhält die Wärme vor, bis sie gebraucht wird.
- Wärmetauschergibt die Wärme an das Heizungswasser ab.
- Heizkreiseverteilen die Wärme an Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser.
Weil die Wärme zwischengespeichert wird, muss die Impulstherme Strom nicht genau in dem Moment aufnehmen, in dem das Haus Wärme braucht. Die Steuerung kann den Zeitpunkt planen – etwa dann, wenn eigener Solarstrom übrig ist oder ein dynamischer Stromtarif niedrig ist.
Ausführlich und Schritt für Schritt erklärt: So funktioniert die Impulstherme.
Betriebsarten
Laut Hersteller kennt die Impulstherme drei Betriebsarten. Welche gerade läuft, entscheidet die Steuerung nach den Einstellungen von Fachbetrieb und Bewohnern.
- Speicher laden
- Die Impulstherme erzeugt Wärme auf Vorrat und lädt einen Speicher – etwa dann, wenn die eigene Photovoltaik-Anlage mehr Strom liefert, als im Haus gerade verbraucht wird. Ein vorhandener Pufferspeicher lässt sich laut Hersteller einbinden.
- Durchlauferhitzer
- Die Wärme wird in dem Moment erzeugt, in dem sie gebraucht wird, und direkt an die Heizkreise abgegeben – ähnlich wie bei einer Gastherme, die bei Bedarf anspringt.
- Hybrid
- Die Impulstherme arbeitet mit einem zweiten Wärmeerzeuger zusammen, zum Beispiel mit einer vorhandenen Gasheizung. Die Steuerung verteilt die Aufgaben zwischen beiden Geräten.
Einsatzbereiche
Gedacht ist die Impulstherme laut Hersteller für Ein- und Zweifamilienhäuser, für denkmalgeschützte Gebäude und für Neubauten. Für größere Gebäude oder einen höheren Wärmebedarf lassen sich mehrere Geräte koppeln; man spricht dann von einer Kaskade. Typische Situationen, in denen sich Hausbesitzer mit ihr beschäftigen:
- ein Altbau mit Heizkörpern und höheren Vorlauftemperaturen,
- ein Haus unter Denkmalschutz oder in Fachwerkbauweise, dessen Fassade unangetastet bleiben soll,
- ein Grundstück ohne Platz für ein Außengerät, etwa im Reihenhaus oder in enger Bebauung,
- der Ersatz von Nachtspeicheröfen – wenn Heizkörper und Leitungen nachgerüstet werden,
- die Ergänzung einer Gasheizung im Hybridbetrieb,
- ein Haus mit Photovoltaik-Anlage, deren Strom auch zu Wärme werden soll.
Voraussetzungen
Damit die Impulstherme in einem Haus arbeiten kann, müssen drei Dinge zusammenkommen:
- Ein wassergeführtes Heizsystem. Die Wärme wird über Heizungswasser verteilt. Wo es nur Einzelöfen gibt, müssen Heizkörper und Leitungen erst eingebaut werden.
- Ein passender Stromanschluss. Laut Hersteller braucht das Gerät 400 V Drehstrom mit 23 A; die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 9,2 kW. Ob Hausanschluss und Zählerschrank dafür ausreichen, prüft der Elektro-Fachbetrieb.
- Platz an einer tragfähigen Wand. Das Gerät misst laut Hersteller 780 × 846 × 355 mm und wiegt rund 90 kg.
Wie ein Einbau abläuft, steht unter Einbau und Anschluss.
Grenzen
Keine Heiztechnik passt in jedes Haus – auch die Impulstherme nicht. Diese Punkte sollten Sie kennen:
- Sie braucht Strom, vor allem im Winter. Sie arbeitet ohne Außengerät und ohne Kältekreis, nutzt also keine Wärme aus Außenluft oder Erdreich. Ihr Stromverbrauch folgt dem Wärmebedarf des Hauses und ist im Winter am höchsten – dann, wenn eine Photovoltaik-Anlage am wenigsten liefert.
- Ohne Heizkreise geht es nicht. Häuser mit Einzelöfen brauchen zuerst ein wassergeführtes Heizsystem.
- Großer Wärmebedarf braucht mehr als ein Gerät. Bei großen oder wenig gedämmten Gebäuden kann eine Kaskade aus mehreren Geräten nötig sein. Das zeigt erst eine Heizlastberechnung.
- Der Stromanschluss muss mitspielen. In älteren Häusern kann eine Anpassung von Zählerschrank oder Hausanschluss nötig werden. Ob eine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig ist, klärt der Fachbetrieb.
- Effizienzwerte folgen mit dem Prüfbericht. Eine Effizienzzahl nennen wir erst, wenn ein Prüfbericht vorliegt. Den Stromverbrauch für ein konkretes Haus schätzt der Fachbetrieb bei der Prüfung vor Ort ein.
Ob die Impulstherme zu einem bestimmten Haus passt, lässt sich nur vor Ort klären. Diese Seite ersetzt keine Heizlastberechnung und keine Prüfung vor Ort durch den Fachbetrieb.
Einordnung: Elektroheizung, Wärmepumpe, Impulstherme
Weil die Impulstherme mit Strom heizt, wird sie oft mit zwei anderen Techniken verwechselt. Die Unterschiede liegen im Prinzip.
Im Vergleich zur klassischen Elektroheizung
Heizlüfter, Infrarotpaneele und Nachtspeicheröfen sind Einzelraumheizungen: Jedes Gerät erwärmt den Raum, in dem es steht. Warmwasser kommt separat, meist aus Boilern oder elektrischen Durchlauferhitzern. Die Impulstherme ist dagegen eine Zentralheizung. Ein Gerät versorgt über das Heizungswasser alle Räume und das Warmwasser, und die Steuerung kann den Zeitpunkt der Stromaufnahme planen.
Im Vergleich zur Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe holt mit einem Kältekreis Wärme aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie auf Heiztemperatur. Bei der verbreiteten Luft-Wasser-Wärmepumpe steht dafür ein Außengerät mit Ventilator vor dem Haus. Die Impulstherme hat kein Außengerät und keinen Kältekreis; sie sitzt komplett im Haus. Welche Technik besser zu einem Haus passt, hängt unter anderem von Dämmstandard, Heizkörpern, Platz und Lärmschutz ab – ein ausführlicher Vergleich steht unter Impulstherme oder Wärmepumpe.
| Merkmal | Elektro-Einzelheizung | Wärmepumpe | Impulstherme |
|---|---|---|---|
| Wärmequelle | Strom, direkt im Raum | Umweltwärme und Strom | Strom über Heizstäbe |
| Verteilung | je Raum ein Gerät | Heizungswasser | Heizungswasser |
| Warmwasser | separat | über einen Speicher | über das Heizsystem |
| Außengerät | nein | bei Luft-Wasser-Geräten ja | nein |
| Zwischenspeicher | nur beim Nachtspeicher | optional Pufferspeicher | Thermofluid, optional Pufferspeicher |
Technische Daten laut Hersteller
| Heizelemente | 4 Heizstäbe |
|---|---|
| Thermofluid | ca. 16 Liter |
| Wärmeübergabe | integrierter Wärmetauscher |
| Betriebsarten | Speicher laden, Durchlauferhitzer, Hybrid |
| Stromanschluss | 400 V Drehstrom, 23 A |
| Maximale Leistungsaufnahme | 9,2 kW |
| Abmessungen | 780 × 846 × 355 mm |
| Gewicht | ca. 90 kg |
| Vor- und Rücklauf | je 1 Zoll |
| Steuerung | Touchdisplay, CAN-Bus, App, Fernwartung |
| Einbindung | Photovoltaik, Stromspeicher, dynamischer Stromtarif, vorhandener Pufferspeicher |
| Gebäude | Ein- und Zweifamilienhaus, Denkmal, Neubau; mehrere Geräte kaskadierbar |
| Garantie | bis 5 Jahre |
Alle Angaben laut Hersteller. Die Auslegung für ein konkretes Haus übernimmt der Fachbetrieb.
Und der Einbau? Die Impulstherme ist in der Regel an einem Tag fertig eingebaut. Wie dieser Tag abläuft, steht unter Einbau und Anschluss.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Impulstherme von einer Gastherme?
Beide hängen kompakt an der Wand und versorgen Heizung und Warmwasser. Die Gastherme verbrennt Gas und braucht eine Abgasleitung. Die Impulstherme wandelt Strom über Heizstäbe in Wärme um, speichert sie in einem Thermofluid zwischen und braucht weder Gasanschluss noch Abgasleitung.
Braucht eine Impulstherme einen Schornstein?
Nein. Sie verbrennt nichts und erzeugt keine Abgase. Wird eine alte Gas- oder Ölheizung komplett ersetzt, wird deren Abgasanlage für die Impulstherme nicht mehr gebraucht.
Kann eine Impulstherme auch Warmwasser bereiten?
Ja. Sie ist laut Hersteller als Heizzentrale für Heizung und Warmwasser ausgelegt. Wie das Warmwasser im Haus konkret bereitet und gespeichert wird, plant der Fachbetrieb.
Wie geht die Impulstherme mit Strom um?
Sie nimmt Strom gezielt dann auf, wenn er gut verfügbar ist – etwa eigenen Solarstrom oder Strom in Stunden mit niedrigem Tarif – und hält die Wärme im Thermofluid und in einem eingebundenen Pufferspeicher vor. Wie viel Strom ein Haus im Jahr verbraucht, hängt vom Wärmebedarf ab und wird vom Fachbetrieb eingeschätzt.