Impulstherme

Haus & Eignung

Nachtspeicher ersetzen mit der Impulstherme

Nachtspeicheröfen sind in vielen Häusern seit Jahrzehnten im Einsatz. Wer sie ersetzen will, fragt sich oft: Geht Heizen mit Strom auch anders? Ja – aber nicht ohne Umbau.

Stand: · Lesezeit ca. 3 Min. · Technische Angaben laut Hersteller

Kurz gesagt

Nachtspeicheröfen heizen jeden Raum einzeln, die Impulstherme ist eine Zentralheizung, die ihre Wärme über Heizungswasser verteilt. Für den Umstieg müssen deshalb in der Regel Heizkörper und Rohrleitungen eingebaut werden. Danach kommen Heizung und Warmwasser aus einem Gerät.

Inhalt dieser Seite
  1. Zwei verschiedene Heizsysteme
  2. Was beim Umstieg eingebaut wird
  3. Vorsicht bei alten Speicheröfen: Asbest
  4. Stromanschluss und Zähler
  5. Was sich im Alltag ändert
  6. So läuft der Umstieg typischerweise ab
  7. Häufige Fragen

Zwei verschiedene Heizsysteme

Ein Nachtspeicherofen ist eine Einzelraumheizung. In jedem Ofen steckt ein Speicherkern aus Steinen, der zu festgelegten Zeiten elektrisch aufgeheizt wird und die Wärme über Stunden an den Raum abgibt. Jeder Raum hat sein eigenes Gerät; Warmwasser kommt meist aus separaten Boilern oder Durchlauferhitzern.

Die Impulstherme ist dagegen eine Zentralheizung. Ein Gerät im Technikraum erwärmt Heizungswasser, das über Rohrleitungen zu den Heizkörpern in allen Räumen fließt. Auch das Warmwasser kann über dieses System bereitet werden. Wie das Gerät im Inneren arbeitet, steht unter Funktionsweise.

Daraus folgt die wichtigste Aussage dieser Seite: Wo bisher nur Nachtspeicheröfen stehen, fehlt das wassergeführte Heizsystem. Es muss eingebaut werden, bevor die Impulstherme arbeiten kann.

Was beim Umstieg eingebaut wird

  • Heizkörper in den Räumen, die beheizt werden sollen – oder eine Fußbodenheizung, wenn ohnehin renoviert wird.
  • Rohrleitungen für Vor- und Rücklauf, sichtbar auf der Wand, in Sockelleisten oder unter Putz.
  • Technik im Heizraum: die Impulstherme selbst, Pumpen, Ausdehnungsgefäß und Sicherheitseinrichtungen, je nach Planung ein Puffer- und ein Warmwasserspeicher.
  • Elektrik: ein 400-Volt-Anschluss für die Impulstherme; die alten Stromkreise der Speicheröfen werden angepasst oder stillgelegt.

Wie groß der Aufwand ist, hängt vom Haus ab: wie viele Räume, wie lang die Leitungswege, ob Wände geöffnet werden sollen. Die Impulstherme selbst ist in der Regel an einem Tag fertig eingebaut. Für Heizkörper und Leitungen kommen je nach Umfang weitere Arbeitstage hinzu.

Zwei Monteure hängen ein Heizgerät an die Wand eines Technikraums und richten es mit der Wasserwaage aus
Montage an der Wand: Das Gerät wird aufgehängt, ausgerichtet und an Vor- und Rücklauf angeschlossen. (Symbolbild)

Vorsicht bei alten Speicheröfen: Asbest

Nachtspeicheröfen, die vor Mitte der 1980er-Jahre hergestellt wurden, können Asbest enthalten. Beim Abbau können Fasern freigesetzt werden. Lassen Sie alte Geräte deshalb vor dem Ausbau prüfen. Belastete Öfen dürfen nur von Fachfirmen mit entsprechender Sachkunde ausgebaut und entsorgt werden.

Stromanschluss und Zähler

Häuser mit Nachtspeicherheizung haben oft schon einen leistungsstarken Stromanschluss und einen eigenen Zähler für die Heizung. Ob dieser für die Impulstherme weitergenutzt werden kann, ob der Zählerschrank angepasst werden muss und ob eine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig ist, klärt der Elektro-Fachbetrieb. Laut Hersteller braucht die Impulstherme 400 V Drehstrom mit 23 A; die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 9,2 kW.

Was sich im Alltag ändert

  • Wärme nach Bedarf statt nach Ladezeit. Nachtspeicher geben ihre Wärme ab, sobald sie geladen sind – auch wenn es mittags warm wird. Eine Zentralheizung regelt Raum für Raum über Thermostatventile.
  • Warmwasser aus der Heizung. Separate Boiler und Durchlauferhitzer können je nach Planung entfallen.
  • Steuerung per Display und App. Zeiten, Temperaturen und Betriebsart lassen sich laut Hersteller zentral einstellen.
  • Mehr Platz in den Räumen. Die oft wuchtigen Speicheröfen verschwinden; Heizkörper sind flacher.
  • Solarstrom nutzen. Mit einer Photovoltaik-Anlage kann die Steuerung bevorzugt eigenen Strom in Wärme verwandeln. Mehr dazu unter Impulstherme mit Photovoltaik.

So läuft der Umstieg typischerweise ab

  1. Bestandsaufnahme: Der Fachbetrieb sieht sich Räume, Elektrik und möglichen Aufstellort an.
  2. Planung: Heizlast je Raum, Größe und Lage der Heizkörper, Leitungswege, Speicher.
  3. Ausbau der Speicheröfen – bei Asbestverdacht durch eine Fachfirma.
  4. Einbau von Leitungen und Heizkörpern.
  5. Montage und Anschluss der Impulstherme – in der Regel an einem Tag fertig eingebaut. Einzelheiten unter Einbau und Anschluss.
  6. Inbetriebnahme und Einweisung.

Viele Häuser mit Nachtspeicherheizung sind älter; was dort zusätzlich zu beachten ist, steht unter Impulstherme im Altbau.

Ob und wie der Umstieg in Ihrem Haus möglich ist, klärt der Fachbetrieb vor Ort. Diese Seite ersetzt keine Heizlastberechnung und keine Prüfung vor Ort.

Häufige Fragen

Welche Umbauten sind beim Umstieg vom Nachtspeicher nötig?

In der Regel ein wassergeführtes Heizsystem: Heizkörper oder Fußbodenheizung, Rohrleitungen für Vor- und Rücklauf sowie Pumpen, Ausdehnungsgefäß und je nach Planung Speicher. Dazu kommt ein 400-Volt-Anschluss für die Impulstherme.

Kann ich meinen vorhandenen Stromanschluss weiter nutzen?

Häufig ist in Häusern mit Nachtspeichern ein leistungsstarker Anschluss vorhanden. Ob er für die Impulstherme passt und ob eine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig ist, klärt der Elektro-Fachbetrieb.

Was passiert mit den alten Speicheröfen?

Sie werden ausgebaut und entsorgt. Geräte aus der Zeit vor Mitte der 1980er-Jahre können Asbest enthalten und dürfen dann nur von Fachfirmen mit Sachkunde ausgebaut werden.

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