Die Impulstherme heizt ohne Außengerät und ohne Kältekreis: Sie hängt kompakt an der Wand, nutzt die vorhandenen Heizkörper und ist in der Regel an einem Tag fertig eingebaut. Die Wärmepumpe holt Wärme aus der Umgebung und spielt ihre Stärken vor allem in gut gedämmten Häusern mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Welche Technik passt, entscheidet das Haus.
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Zwei Wege, mit Strom zu heizen
Die Impulstherme erzeugt die Wärme direkt im Haus: Vier Heizstäbe erwärmen laut Hersteller ein Thermofluid, das die Wärme zwischenspeichert; ein Wärmetauscher gibt sie an das Heizungswasser weiter. Die Steuerung entscheidet, wann Strom aufgenommen wird – bevorzugt bei eigenem Solarstrom oder in Stunden mit niedrigem Tarif. Einzelheiten stehen unter Funktionsweise.
Die Wärmepumpe arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank. Ein Kältemittel nimmt in einem Kreislauf Wärme aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser auf, ein elektrisch angetriebener Verdichter bringt sie auf Heiztemperatur. Bei der verbreiteten Luft-Wasser-Wärmepumpe geschieht das in einem Außengerät vor dem Haus.
Aus diesem Unterschied ergeben sich die praktischen Unterschiede – beim Platz, beim Geräusch, bei den Heizkörpern und beim Einbau.
Der Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Impulstherme | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Wärmeerzeugung | Heizstäbe und Thermofluid-Speicher | Kältekreis mit Verdichter, Wärme aus der Außenluft |
| Außengerät | nein | ja, mit Ventilator |
| Aufstellung | Wandgerät im Technikraum, laut Hersteller 780 × 846 × 355 mm | Außengerät, dazu Inneneinheit und meist ein Speicher |
| Geräusche im Freien | keine, da kein Außengerät | Ventilator und Verdichter, Abstände beachten |
| Kältemittel | nein | ja |
| Heizkörper | arbeitet mit den vorhandenen Heizkreisen | je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter |
| Stromanschluss | laut Hersteller 400 V, 23 A, max. 9,2 kW Leistungsaufnahme | je nach Gerät |
| Steuerung | laut Hersteller Touchdisplay, App, Fernwartung; PV, Stromspeicher und dynamischer Tarif einbindbar | je nach Gerät und Energiemanagement |
| Einbau | An einem Tag fertig | oft mehrere Tage, dazu Sockel oder Fundament für das Außengerät |
Platz: alles bleibt im Haus
Die Impulstherme braucht nur eine Wandfläche im Technikraum. Laut Hersteller misst das Gerät 780 × 846 × 355 mm und wiegt rund 90 kg. Garten, Hof und Fassade bleiben frei. Kommt ein Pufferspeicher hinzu, braucht auch dieser einen Stellplatz im Haus.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht ein Außengerät, das Außenluft ansaugt und abgekühlt wieder ausbläst. Es steht im Garten, auf einem Flachdach oder hängt an der Fassade und braucht freie Luftwege sowie Abstände zu Wänden, Fenstern und Grundstücksgrenzen. Erdwärmepumpen kommen ohne Außengerät aus, brauchen dafür aber Erdsonden oder Flächenkollektoren im Garten.
Geräusche: nichts im Freien
Weil es kein Außengerät gibt, erzeugt die Impulstherme keine Geräusche im Freien – ein Plus in dicht bebauten Straßen, bei Reihenhäusern und auf kleinen Grundstücken. Im Technikraum sind die üblichen Geräusche einer Heizungsanlage zu erwarten, etwa von Umwälzpumpen.
Beim Außengerät einer Luft-Wärmepumpe arbeiten Ventilator und Verdichter. Moderne Geräte sind deutlich leiser als frühere Generationen; beim Aufstellen müssen trotzdem die Vorgaben zum Lärmschutz eingehalten werden.
Genehmigung und Abstimmung
Bei der Impulstherme gibt es kein Außengerät, das Abstandsflächen, Lärmschutz oder Ortsbild berührt. Elektrisch ist sie ein größerer Verbraucher am Drehstromnetz; ob eine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig ist, klärt der Fachbetrieb. In denkmalgeschützten Gebäuden können auch Arbeiten im Inneren abstimmungspflichtig sein – mehr dazu unter Denkmal und Fachwerk.
Für eine Luft-Wärmepumpe ist in vielen Fällen keine Baugenehmigung nötig; einzuhalten sind aber Vorgaben zu Abstandsflächen und Lärmschutz, dazu gegebenenfalls Bebauungsplan, Ortssatzung und Denkmalschutz. Für Erdwärmesonden ist in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Beim Netzbetreiber werden auch Wärmepumpen in der Regel angemeldet.
Heizkörper und Vorlauftemperatur
Die Impulstherme gibt ihre Wärme über den Wärmetauscher an die vorhandenen Heizkreise ab und ist darauf ausgelegt, mit den bestehenden Heizkörpern zu arbeiten. Ob diese die Räume bei Frost ausreichend erwärmen, prüft der Fachbetrieb – wie bei jedem Heizungswechsel. Mehr dazu unter Impulstherme im Altbau.
Für die Wärmepumpe ist die Vorlauftemperatur die wichtigste Stellschraube: Je niedriger sie sein darf, desto effizienter läuft die Anlage. Fußbodenheizungen und große Heizkörper sind deshalb ideal; in Häusern mit kleinen Heizkörpern werden vor dem Einbau einer Wärmepumpe häufig einzelne Heizkörper getauscht oder Dämmmaßnahmen umgesetzt.
Strom und Steuerung
Die Impulstherme denkt beim Strom in Zeitfenstern. Weil sie Wärme im Thermofluid und in einem eingebundenen Pufferspeicher vorhalten kann, nimmt sie Strom bevorzugt dann auf, wenn er gut verfügbar ist: eigener Solarstrom vom Dach oder Stunden, in denen ein dynamischer Stromtarif niedrig ist. Laut Hersteller lassen sich dafür Photovoltaik-Anlage, Stromspeicher und dynamischer Tarif in die Steuerung einbinden. Mehr dazu unter Impulstherme mit Photovoltaik.
Bei der Wärmepumpe beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ), wie viele Kilowattstunden Wärme sie im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Sie wird im laufenden Betrieb gemessen und hängt stark vom Haus ab – von Vorlauftemperatur, Wärmequelle, Planung und Nutzung.
Für die Impulstherme nennen wir eine Effizienzzahl erst, wenn ein Prüfbericht vorliegt. Wie viel Strom ein konkretes Haus im Jahr verbraucht, schätzt der Fachbetrieb bei der Prüfung vor Ort ein.
Wo die Impulstherme ihre Stärken ausspielt
- Für ein Außengerät ist kein Platz, oder Abstände und Lärmschutz lassen es nicht zu.
- Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, oder die Fassade soll unberührt bleiben.
- Die vorhandenen Heizkörper sollen bleiben.
- Eine Gasheizung soll vorerst bleiben und ergänzt werden.
- Nachtspeicheröfen sollen einer Zentralheizung weichen.
- Eine Photovoltaik-Anlage ist vorhanden, deren Strom auch zu Wärme werden soll.
- Der Umbau soll schnell gehen: Die Impulstherme ist in der Regel an einem Tag fertig eingebaut.
Wann eine Wärmepumpe naheliegt
In gut gedämmten Häusern und Neubauten mit Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern, mit ausreichend Platz für das Außengerät oder der Möglichkeit für Erdwärme holt eine Wärmepumpe einen großen Teil der Wärme aus der Umgebung. Dort ist sie technisch eine starke Lösung. Auch eine Kombination ist denkbar: In Häusern mit Wärmepumpe kann eine Impulstherme etwa bei der Warmwasserbereitung oder an sehr kalten Tagen ergänzen. Was zu Ihrem Haus passt, klärt der Fachbetrieb.
Dieser Vergleich ersetzt keine Heizlastberechnung und keine Prüfung vor Ort durch den Fachbetrieb.
Häufige Fragen
Ist die Impulstherme leiser als eine Wärmepumpe?
Sie hat kein Außengerät und erzeugt deshalb keine Geräusche im Freien. Im Technikraum sind die üblichen Geräusche einer Heizungsanlage zu erwarten, etwa von Pumpen.
Braucht die Impulstherme eine Fußbodenheizung?
Nein. Sie gibt die Wärme an die vorhandenen, wassergeführten Heizkreise ab – das können Heizkörper, eine Fußbodenheizung oder beides sein.
Kann ich Impulstherme und Wärmepumpe kombinieren?
Grundsätzlich ja. In Häusern mit Wärmepumpe kann eine Impulstherme zum Beispiel bei der Warmwasserbereitung oder an sehr kalten Tagen ergänzen. Ob und wie das sinnvoll eingebunden wird, plant der Fachbetrieb.