Impulstherme

Haus & Eignung

Die Impulstherme im Altbau

Dicke Wände, alte Heizkörper, ein Keller mit Charakter: Im Altbau gelten für jede neue Heizung eigene Regeln. Was sich mit einer Impulstherme ändert – und was bleibt.

Stand: · Lesezeit ca. 4 Min. · Technische Angaben laut Hersteller

Kurz gesagt

Im Altbau wird die Impulstherme an die vorhandenen, wassergeführten Heizkreise angeschlossen; die Heizkörper können bleiben, ein Außengerät ist nicht nötig. Entscheidend sind die Heizlast des Hauses und der Stromanschluss – bei großem Wärmebedarf werden mehrere Geräte gekoppelt.

Inhalt dieser Seite
  1. Was Altbauten besonders macht
  2. Neue Heizung. Alles andere bleibt.
  3. Heizlast: wie viel Wärme das Haus braucht
  4. Schritt für Schritt sanieren
  5. Stromanschluss im Altbau
  6. Und die Wärmepumpe?
  7. Checkliste für Altbau-Besitzer
  8. Häufige Fragen

Was Altbauten besonders macht

Häuser, die vor einigen Jahrzehnten gebaut wurden, haben oft einen höheren Wärmebedarf als Neubauten. Die Wände sind massiv, aber wenig gedämmt; die Fenster wurden vielleicht schon einmal erneuert, das Dach vielleicht nicht. Die Heizkörper sind darauf ausgelegt, mit heißem Wasser zu arbeiten – Vorlauftemperaturen von 60 °C und mehr sind keine Seltenheit.

Dazu kommen praktische Fragen: Wo ist Platz für eine neue Heizung? Ist der Keller trocken? Wie alt ist die Elektrik? Und wie viel Umbau ist den Bewohnern zuzumuten, die während der Arbeiten im Haus wohnen?

Neue Heizung. Alles andere bleibt.

Die Impulstherme wird an die Heizkreise angeschlossen, die bereits im Haus liegen. Für einen typischen Altbau bedeutet das:

  • Heizkörper und Rohrleitungen bleiben. Sie werden weiter mit Heizungswasser versorgt, nur kommt die Wärme aus einer anderen Quelle.
  • Es kommt kein Außengerät hinzu. Garten, Hof und Fassade bleiben, wie sie sind.
  • Ein Schornstein wird für die Impulstherme nicht gebraucht. Sie verbrennt nichts. Bleibt eine Gas- oder Ölheizung zusätzlich in Betrieb, gilt für diese weiter das Übliche.
  • Im Technikraum ändert sich das Bild. Statt eines Kessels hängt ein Wandgerät an der Wand, laut Hersteller 780 × 846 × 355 mm groß. Wo ein alter Öltank stand, kann Platz frei werden.
Schnittbild eines mehrgeschossigen Altbaus mit Heizkörpern in allen Etagen, Photovoltaik auf dem Dach und Heiztechnik im Keller
Ein Haus, eine Heizzentrale: Die Heizkörper in den Etagen bleiben, die Wärme kommt aus dem Technikraum im Keller. (Symbolbild)

Heizlast: wie viel Wärme das Haus braucht

Die wichtigste Zahl für jede Heizungsplanung ist die Heizlast. Sie gibt in Kilowatt an, wie viel Wärmeleistung das Haus an einem sehr kalten Tag braucht, um alle Räume warm zu halten. Ermittelt wird sie mit einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die Räume, Wände, Fenster und Lüftung berücksichtigt.

Für die Impulstherme ist das aus zwei Gründen wichtig. Erstens nimmt ein Gerät laut Hersteller maximal 9,2 kW elektrische Leistung auf; große oder wenig gedämmte Altbauten können deshalb mehrere gekoppelte Geräte benötigen – eine sogenannte Kaskade. Zweitens bestimmt der Wärmebedarf über das Jahr, wie viel Strom die Heizung braucht. Der Impulstherme-Check gibt eine erste Einschätzung, wie viele Geräte nötig sein könnten.

Faustwerte aus dem Internet oder aus dem Check ersetzen keine Heizlastberechnung und keine Prüfung vor Ort durch den Fachbetrieb.

Schritt für Schritt sanieren

Viele Altbauten werden nicht auf einmal, sondern über Jahre saniert. Für die Heizung ist das eine gute Nachricht: Jede Maßnahme, die den Wärmebedarf senkt, senkt auch den Stromverbrauch der Impulstherme. Besonders wirksam sind meist:

  • die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs,
  • neue Fenster oder abgedichtete Fugen,
  • die Dämmung der Kellerdecke,
  • ein hydraulischer Abgleich, damit jeder Heizkörper die richtige Wassermenge bekommt.

Wer weiß, welche Schritte in den nächsten Jahren anstehen, sollte sie dem Fachbetrieb nennen. Dann kann er die Anlage passend für heute und für später auslegen.

Stromanschluss im Altbau

Die Impulstherme braucht laut Hersteller einen 400-Volt-Drehstromanschluss mit 23 A. In vielen Häusern ist Drehstrom vorhanden, etwa für den Elektroherd. In älteren Gebäuden sind Zählerschrank und Leitungen aber manchmal nicht mehr auf dem Stand der Technik. Dann muss der Elektro-Fachbetrieb nachrüsten, bevor das Gerät angeschlossen wird.

Werden mehrere Geräte als Kaskade betrieben, steigt die Anschlussleistung entsprechend. Ob der Hausanschluss dafür reicht und ob eine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig ist, klärt der Fachbetrieb. Wie der Einbau abläuft, steht unter Einbau und Anschluss.

Und die Wärmepumpe?

Die Impulstherme braucht weder ein Außengerät noch neue Heizkörper – das macht sie im Altbau besonders unkompliziert. Eine Wärmepumpe kann im Altbau ebenfalls funktionieren, vor allem wenn das Haus teilweise saniert ist und die Heizkörper für niedrigere Vorlauftemperaturen ausreichen; aufwendiger wird es, wenn Platz für das Außengerät, Lärmschutz oder kleine Heizkörper Grenzen setzen. Die Unterschiede im Detail zeigt der Vergleich Impulstherme oder Wärmepumpe.

Checkliste für Altbau-Besitzer

  1. Gibt es Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, die mit Wasser arbeiten?
  2. Wie hoch ist der Wärmebedarf? Die Verbrauchswerte der letzten Jahre, etwa Gas in kWh oder Heizöl in Litern, helfen bei der ersten Einschätzung.
  3. Gibt es Drehstrom im Haus, und wie alt ist der Zählerschrank?
  4. Ist an einer tragfähigen Wand im Technikraum Platz für ein Gerät von rund 78 × 85 × 36 cm?
  5. Gibt es eine Photovoltaik-Anlage, oder ist eine geplant?
  6. Welche Sanierungsschritte sind in den nächsten Jahren geplant?

Häufige Fragen

Muss ich im Altbau die Heizkörper tauschen?

In der Regel nicht. Die Impulstherme gibt ihre Wärme an die vorhandenen Heizkreise ab. Ob einzelne Heizkörper für bestimmte Räume zu klein sind, prüft der Fachbetrieb – das gehört zu jedem Heizungswechsel.

Reicht eine Impulstherme für ein großes Altbau-Haus?

Das hängt von der Heizlast ab. Ein Gerät nimmt laut Hersteller maximal 9,2 kW elektrische Leistung auf. Bei höherem Bedarf werden mehrere Geräte zu einer Kaskade gekoppelt.

Muss das Haus vorher gedämmt werden?

Nicht zwingend. Jede Dämmmaßnahme senkt aber den Wärmebedarf und damit auch den Stromverbrauch. Sinnvoll ist, geplante Sanierungen schon bei der Auslegung zu berücksichtigen.

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